Die Welt der Parfumeure

Die Nasen eines Duftes

Die Welt der Parfumeure
Admin

Ein Duft gilt als Lebensqualität und gibt unserem Alltag eine sensorische Vielfalt. Doch wer steckt hinter den bekannten Parfums, die unser Dasein so erheblich versüßen? Wer sind die kreativen Köpfe hinter den Düften, die wir so lieben? Wie und warum kreieren sie ein Parfum und hatten sie schon immer ein Faible für Duftstoffe?

Die wichtigsten Grundvoraussetzungen, um Parfumeur zu werden, sind klar definiert. Man muss außerordentliche Fähigkeiten besitzen sowie einen weit überdurchschnittlich ausgeprägten Geruchssinn und jahrelange Berufserfahrung. Die Bedingungen für eine Parfumeur-Ausbildung sind extrem, was erklärt, warum es weltweit nur um die 2.000 Parfumeure gibt.

Grasse ist das Mekka der Parfumeure

Cannes ist die Hochburg der Parfumeure

Bevor wir einzelne Parfumeure vorstellen, müssen wir als Erstes über eine gewisse Stadt sprechen, die nahezu alle Parfumeure miteinander verbindet: die Idylle Grasse in Frankreich.

Das Mekka der Duftwelt liegt nördlich von Cannes an der Côte d´Azur. Grasse ist die Welthauptstadt des nullIn fast jeder Biografie eines Parfumeurs wird Grasse erwähnt. Die Geschichte der Stadt geht weit in das 17. Jahrhundert zurück. Gegen 1600 kam es in Mode, Handschuhe zu parfümieren.

Aufgrund der perfekten geografischen Lage und den damit verbundenen vorzüglichen klimatischen Bedingungen, wurde Stück für Stück die Destillation von Duftstoffen nach Grasse verlegt. Seitdem spezialisierten sich Parfumeure aus Grasse auf die Extraktion des Blütensafts. Noch heute sind die kilometerweiten Blumenfelder charakteristisch für die kleine französische Stadt.

Vier große Parfumeure unserer Zeit

Der Revolutionär

Pierre Bourdon gilt als einer der besten Parfumeure. Er wechselte nach seinem Studium der politischen Wissenschaften den Beruf und ging nach Grasse. Dort entwickelte er einen ausgeprägten Sinn für Ästhetik. In den 1980er Jahren revolutionierte er die Entwicklung von Herrendüften, indem er Davidoff Cool Water kreierte. Bis heute arbeitet er als angesehener Chefparfumeur und entwarf Düfte wie Jil Sander Sun und Yves Saint Laurent Kouros.

Der Erbe

In den vergangenen 15 Jahren schuf der französische Parfumeur Jacques Cavallier etliche bekannte Parfums. Bereits sein Vater und Großvater waren Parfumeure in Grasse. Cavallier war schon als Kind von der Werkstatt seines Vaters fasziniert und beschloss es ihm gleich zu tun. Bis heute liebt er die Abwechslung, die der Job mit sich bringt und besteht darauf, keine Rohstoffkombination zweimal zu verwenden. So, wie bei den Düften von Issey Miyake.

Der Exzentriker

Hat man nur ein Wort, um ihn zu beschreiben, ist es wohl Extravaganz: Serge Lutens ist einer der anerkanntesten Parfumeure weltweit. Und das obwohl seine Kreation nicht die Massen begeistern wollen. Mit 14 begann er eine Friseurausbildung, um seine Kreativität auszuleben. Seine Unangepasstheit führte ihn zur Vogue, sowie zu Shiseido und Dior. Anfang der 90er begann er dann eigene Düfte zu kreieren, ohne je eine Ausbildung dafür gemacht zu haben. Heute leitet er sein eigenes Label.

Der Talentierte

Dior Addict, Lancôme Hypnôse, Jil Sander Man– alle Düfte kreiert von einem Mann: Thierry Wasser. Ursprünglich lernte er Botaniker, ging dann mit Anfang 20 an die Givaudan Parfümerieschule. Mit 24 war er ausgelernter Parfümeur und arbeitete für verschiedene Häuser. Mit 47 wurde ihm die Ehre zuteil, Jean-Paul Guerlains Nachfolger zu werden und ist seitdem der hauseigene Parfumeur – der erste ohne den Namen Guerlain. Er kreierte unter anderem Le Petite Robe Noire.

Die Namen von Parfumeuren begegnen uns im Alltag selten. Trotzdem haben sie es absolut verdient einmal erwähnt zu werden. Denn ohne sie gäbe es die faszinierende Duftvielfalt, wie wir sie heute kennen, bestimmt nicht.