Ein Ausflug nach Göteborg

Die Geheimnisse der Schweden

Ein Ausflug nach Göteborg
Admin

Manchmal packt es mich und ich möchte die Welt erkunden. Dann befinde ich mich meist in einer leicht abenteuerlustigen Stimmung und packe gedanklich bereits meine Koffer. Ich schweife dann ab in ferne Länder und Kulturen, um zu sehen, was diese Welt wohl noch so alles zu bieten hat. Doch es zieht mich selten in orientalische Gefilde, viel mehr reizt mich der Norden unserer Welt. Denke ich an Skandinavien, fängt mein Herz an zu tanzen: gute Luft, idyllische Schären, Weitläufigkeit und Natur, aber auch Stil, Design, Mode, freundliche und (um jedes Klischee zu unterstützen!) schöne Menschen erscheinen dann in meinem Gedankengut, sodass es dann meist schon wieder beschlossen ist, bevor die Überlegungen überhaupt losgehen: ich möchte nach Skandinavien. So viel dann auch zum Thema Abwechslung. Und Kompromissbereitschaft. Aber gut, man muss nun mal tun, was das Herz möchte. Und der Verstand. Und der möchte wissen, warum zur Hölle alle Schweden so unverschämt gut aussehen. So kam es also, dass ich zusammen mit meiner besten Freundin die Reise nach Schweden angetreten bin. Ein weiteres Mal. Auf meiner persönlichen To-Do-Liste standen diesmal:

-Die gute Luft und das gute Essen genießen

-Die Leichtigkeit der Schweden verinnerlichen

-Mindestens einen Elch sehen

-Einen Glögg trinken

-Und das Beautygeheimnis der Schweden zu ergründen, weil ich die Tatsache einfach nicht akzeptieren möchte, dass die Schönheit ganz einfach in ihren Genen liegt

Göteborg – gute Luft und weihnachtliche Gerüche

Bepackt mit einer durchaus überschaubaren Aufgabenliste ließen wir den Zauber dieses wunderbaren Landes also einfach auf uns wirken. Umgeben von weihnachtlichen null wie Orange, Moschus und kandierter Bergamotte (ähnlich duftet übrigens Bvlgari Jasmin Noir L’Elixir) und einem angenehm kühlen Klima  fiel das Entspannen auch gar nicht schwer und bereits nach einem Tag in diesem wohligen Ambiente trugen wir einen ähnlich entspannten Ausdruck auf unseren Gesichtern wie die meisten Schweden. Also machte ich eine Notiz auf meiner imaginären Liste: „Die Schweden sind so schön, weil das Klima so angenehm für die Haut und der weihnachtliche Duft in ganz Göteborg verbreitet ist“. Klar soweit. Noch nicht vollkommen zufriedenstellend, aber für mehr Gründe gab es ja noch zwei weitere Tage.

Göteborg – gutes Essen und glückliche Menschen

Frischer Fisch, leckere Suppen und jede Menge Zeit. Das steht auf jedem guten Speiseplan in Schweden und wir kamen schnell auf den Geschmack dieser unausgesprochenen Gemütlichkeit. Alles etwas entschleunigt angehen, das scheint ein geheimer Tipp aus der schwedischen Kultur zu sein. Wer mehr Ruhe hat und sich weniger aufregt, der braucht natürlich auch nicht so viel Make-Up und Concealer. Das versteht sich ja irgendwie von selbst. Außerdem ist das Beisammensein äußerst kommunikativ und sorgt wiederum für eine innere Zufriedenheit. Und das diese besonders anziehend auf uns Menschen wirkt, ist ja nicht gerade neu. Also gab es eine weitere Notiz: „ Die Schweden sind so schön, weil sie sich Ruhe gönnen. Und weil sie wissen, dass es für alle Beteiligten äußerst sinnvoll ist, einfach mal glücklich zu sein.“ Auch dieser Geheimtipp hat das Rad nicht gerade neu erfunden, aber in unserer Kultur mangelt es leider häufig an der Umsetzung. Also habe ich von dann an beschlossen, einfach mal öfter glücklich zu sein. Weil Glücklich-Sein Spaß macht und zusätzlich auch ziemlich schön aussieht.

Göteborg – Die Kunst des Minimalismus

Die Schweden tragen meines Erachtens nach niemals zu dick auf. Weder in der Mode, noch in der Kunst oder im Design, nein auch im Bereich null mögen es die nordischen Schönheiten eher zurückhaltend. Diese Zurückhaltung ist nicht nur äußerst charmant, sie ist auch förderlich für das Erscheinungsbild. Zwar ist ein opulentes Make-Up manchmal angebracht, aber es mag einfach nicht so ganz zu dem Holzhütten-Charme des Nordens passen. Also setzt man in Schweden auf einfaches Styling mit betonten Augen und schönen Nägeln. Weder null noch null finden den Weg in den Alltags-Look, der trotzdem oder gerade aus diesem Grund so bezaubernd aussieht. Und zur Freude Aller auch kein bisschen gewollt, sondern einfach nur gekonnt. Und weil es noch einen Platz auf meiner Gedankenliste gab, fügte ich hinzu: „Die Schwedinnen sind so schön, weil sie wissen, dass weniger manchmal mehr ist. Und weil sie sich nicht so verrückt machen durch den ganzen Schönheitswahn.“ Und das ist nicht nur sympathisch, sondern auch noch ziemlich klug. Denn wenn man sich selbst mag, dann mögen einen auch die anderen und wenn man sich selbst schön findet, dann…. Ganz genau. Und das ist doch eine Win-Win-Situation, würde ich sagen.

Zurück in Berlin habe ich die schwedische Ruhe noch in mir. Solange zumindest, bis der großstädtische Wahnsinn mich wieder vollkommen in seinen Bann zieht. Und wenn es soweit ist, dann hat mich bereits das Fernweh wieder gepackt und das Ziel lässt sich sicher erahnen. Und in der Zwischenzeit übe ich mich im Glücklich-Sein. Weil es ganz bestimmt kein effektvolleres Beautygeheimnis gibt…