Es war einmal…

Alice im Duftland

Alice im Duftland
Admin

Man kann davon ausgehen, dass jede Geschichte, jedes Märchen nicht immer zu Hundert Prozent wahrheitsgetreu übermittelt wird. Tatsächlich ist es so, dass jeder Erzähler 25 Prozent weglässt und weitere 25 Prozent dazu dichtet. Was bedeutet, dass nur die Hälfte der Wahrheit entspricht. Die Geschichte von Alice zum Beispiel. So oft erzählt, verfilmt und geschrieben. Und jedes Mal denke ich mir: Na Leute, das stimmt aber alles nicht ganz so. Also kommt hier die wahre Geschichte.

 

Ja, die kleine Alice. Ein bisschen zu neugierig, ein wenig naiv, wenn ihr mich fragt. Aber nun gut. Ist auch nur meine Meinung. Gehen wir die Geschichte mal chronologisch durch, um die gröbsten Fehler zu enttarnen und richtig zu stellen, wie es wirklich war.

 

Wahrheit Nr. 1

 

Alice aka Party Girl

Oft bekommt man zu hören, dass Alice zu Beginn der Geschichte unter einem Baum saß und zuhörte, wie ihre Schwester ihr vorlas. Das stimmt so nicht ganz. Es war so geplant, aber Alice schlich sich davon, erstens, weil sie es als langweilig empfand, ihrer Schwester beim Lesen zuzuhören und zweitens, weil tags zuvor ihr neues null angekommen war. Sie hatte schon seit Tagen vor, das Zeug auszuprobieren, kam aber einfach nicht dazu. Alice hatte von einer super Party gehört und wollte dort unbedingt hin. Da sie noch so jung aussah, hatte sie sich einiges bestellt, um bei ihrem Alter zu schummeln. Also versuchte sie, ihre Augen etwas älter wirken zu lassen, indem sie einen Helena Rubinstein Mascara auftrug. Für die Lippe benutzte sie nichts Knalliges. Lancôme Rouge In Love Tonight Is My Night Lippenstift war da perfekt. Man muss ja nicht übertreiben, dachte sie sich.

 

Wahrheit Nr 2.

 

Der kleptomanisch veranlagte Hase

Alice lief dem weißen Hasen nicht einfach aus Neugierde hinterher. Nein, sie hatte gar keine Lust zu rennen. Schließlich musste sie sich auf die bevorstehende Party vorbereiten. Aber dieser Hase konnte seine kleinen Pfoten einfach nicht bei sich behalten. Als er also an Alices offenem Fenster vorbeikam und den kleinen Schminktisch erblickte, blieb er abrupt stehen. Etwas Glitzerndes und Glänzendes stach ihm sofort ins Auge. Etwas in einem intensiven Blau, wie ein Diamant aus den Tiefen des Meeres. Dass es sich dabei um den Duft von Lolita Lempicka L handelte, wusste er natürlich nicht. Und – schwups! – verschwand der funkelnde Flakon in seiner Tasche. Während er flüchtete, rempelte er Alice an, die  schreiend die Verfolgung aufnahm.

 

Wahrheit Nr. 3

 

Im Wunderland mieft es

Erst mal in dem wundersamen Land angekommen, wissen wir ja laut Übermittlungen, dass Alice einige Drogenerfahrungen gemacht hat. Ob sie nach dem Biss in den Pilz nun wirklich so riesig geworden ist und daraufhin durch ein wundersames Säftchen wieder schrumpfte, bleibt fraglich. Ich nenne es einfach mal „Alices erster Rausch“. Aber nun gut. Als sie nun durch das Wunderland spazierte, stellte sie schnell fest, dass ihr der Geruch in diesem Land nicht passte. Als sie an einer Wiese voll bunter Blumen vorbei kam, wurde ihr ganz schlecht. Ihr müsst nämlich wissen, dass nicht alles was glänzt bzw. gut aussieht, auch gut riecht. Die Blumen hatten einen furchtbar komischen Eigenduft, so als ob man ein Glas Milch zu lange in der Sonne stehen lässt. Nun verzog Alice ihr Gesicht, weil dieser säuerliche Duft in ihr Übelkeit hervorrief. Die Blumen wiederum empfanden dies als extrem beleidigend. Schließlich fanden sie selbst ihren Geruch sehr anziehend. Alices Duft allerdings kam nicht gut an. Das störte die kleine Alice kaum. Sie hob das Kinn, setze ihren arrogantesten Blick auf, stolzierte an den miefenden Blumen vorbei und sagte: „Ladies, ihr wisst ja gar nicht was gut ist. Ich trage Gucci Flora by Gucci Gorgeous Gardenia, einen der süßesten und wohlriechendsten Düfte, die es gibt!“

 

Wahrheit Nr. 4

 

Schenk mir deinen Lippenstift, dann darfst du deinen Kopf behalten

Ursprünglich wollte die Königin Alice den Kopf abschlagen. Alice war allerdings sehr clever und hatte ein Gespür für gute Geschäfte. Ihr viel sofort auf, dass die Königin einen wirklich miesen Billiglippenstift trug. Ihre Zähne waren schon zum Teil rot gefärbt. Also machte sie einen Deal: Die Lancôme Rouge in Love Reihe gegen ihre Freiheit. Die Königin überlegte kurz, sah sich im Spiegel an und probierte ihre potenzielle neue Ware aus. Schließlich lenkte sie ein. Im Wunderland gab es nur No-Name-Schminke, die Produktion war einfach mal unheimlich schlecht und das Angebot musste sie wahrnehmen. „Der Blondschopf darf seinen Kopf behalten, sagte sie feierlich, her mit meinem Lippenstift!“