Fashion-Week 2013

Die Qual der Wahl

Fashion Week
Kaliopi Stefanidou

Wie entkommt man als modeaffine und beautyinteressierte Person dem Fashion Week Rummel? Gar nicht, vor allem wenn man dazu noch in Berlin wohnt und zwangsläufig mit dem Phänomen in Berührung kommt. Ist ja auch nicht weiter tragisch. Man taucht für eine Weile in die Welt der Mode ein, etwas realitätsfremd und immer gewappnet, den exzentrischsten und schillerndsten Modejunkies zu begegnen – aber hey, lustig ist es allemal und hier und da ziemlich interessant.

Die Sache mit dem Vorbereiten – Fashion Week 2013

Was ich tatsächlich am anstrengendsten finde, ist die Vorbereitung. Irgendwie setzt man sich selber unter Druck, hat schon im Vorfeld Berichte sämtlicher Modeblogger gelesen und eine grobe Vorstellung, wie das Publikum eintreffen wird. Natürlich möchte jeder individuell sein, also begegnet einem so ziemlich alles. Vom hippen „Urban-Outfitters-Vintage-und-ja-nicht-zu-schick-sondern-eher legere-und-cool- Befürworter“ bis hin zu den High Heels Fetischistinnen mit Kleidchen und den augenscheinlich völlig wetterresistenten nackten Beinen. Ganz nach dem Motto „Wer auffallen will, zeigt Haut trotz gefühlten Minus 20 Grad“. Generell finde die Wintergarderobe sehr schwierig. Wenn es nach mir ginge, dann dürfte das ganze Jahr über die Sonne scheinen, ja, ich gehe sogar noch weiter. Von mir aus könnte der Sommer die vorherrschende Jahreszeit sein und den Winter einfach verbannen für einige Jahre. Dann würde ich mich einfach in ein luftiges schönes Kleidchen schmeißen und in geliebter Hippiemanier, lässig und ohne viel Klimbim die Fashion Week begrüßen.

Da muss wohl wasserfester Mascara herhalten…

Die Realität sagt leider was anderes, nämlich Minusgrade und „Willkommen Winter und Schneechaos“. Und auch die Haut profitiert von dieser Jahreszeit einfach nicht. Neben meiner feuchtigkeitsspendenden Tagescreme von Biotherm und der wöchentlichen Maske muss wirklich gutes Make-Up her, um rote Kälteflecken und raue Hautpartien abzudecken. Die Kälte treibt mir zudem auch noch ständig Tränen in die Augen, so dass ich nicht auf wasserfesten null verzichten kann.

Kein Ende in Sicht – Fashion Week 2013

Hat man erst mal die grundsätzlichen Problemchen mit Cremes und einer guten Foundation eliminiert, fängt das Chaos erst richtig an. Dass man sich noch nicht annähernd für ein Outfit entschieden hat, wird gedanklich nach hinten geschoben. Wichtig ist es nun, Haare und Gesicht in Einklang zu kriegen. Zehn Hochsteckfrisuren später entscheide ich mich dann doch für offen. Und um den perfekten Lippenstift zu finden, müsste man sich ja theoretisch für ein Outfit entschieden haben. Nun gut, einfach Yves Saint Laurent Rouge in Love nehmen. Kann man nichts falsch machen und zu dem zarten Roséton lässt sich doch wohl noch ein Outfit finden. Rouge auf die Wangen, der passende Duft und tadaaa fert…Naja, nicht ganz. Die Kleiderfrage ist noch nicht geklärt und mit dem Pyjama auf die Fashion Week könnte einen neuen Trend setzen, könnte mich aber auch zum Gespött der Modeszene machen.

Die Zeit vergeht und am Ende hetze ich mich, denn natürlich bin ich spät dran. Also ziehe ich dann doch mein momentanes Lieblingsoutfit an. Nachtblaues weites Hemd, schwarze Leggins und schwarze Schnürboots mit Keilabsatz. Noch das eine oder andere Accessoire und es kann losgehen. Nicht das spektakulärste Outfit, aber ganz ehrlich: die Hauptsache ist doch wirklich, dass man sich wohl fühlt!