Kolumne

Duftpannen beim ersten Date

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Admin

Ja, wir Frauen und unsere Männergeschichten. Skurriles und gleichzeitig auch Witziges!  Dann sitzen wir meistens in der Gesellschaft unserer Mädels, schlürfen Cosmopolitans a la Sex and The City und als kleine Anekdote gibt es dann unsere neuesten Männerbegegnungen. Oftmals fragt man sich nach so einem Mädelsabend, ob es denn noch normale Männer gibt. Kann ein Date normal verlaufen? Oder laufen wir Gefahr, ein Freakshow-Date nach dem anderen durchleben zu müssen? Denn ganz ehrlich, langsam mache ich mir wirklich Sorgen. Könnte es vielleicht an mir liegen? Bin ICH vielleicht der Freak?

Meine neuste Geschichte hat meinen Freundinnen zu lachenden Tränenausbrüchen verholfen. Lustig während ich es im Nachhinein erzählte, aber nicht mal halb so witzig während ich es erlebte. Als ich mich nämlich letztes Wochenende mit – nennen wir ihn mal Lars – traf war ich wirklich guter Dinge. Mein kleines Köpfchen malte sich schon die schillerndsten Zukunftsszenarien aus: Lars und ich im Urlaub, vorm Traualtar und ernsthafte Gedanken über das Aussehen unserer Kinder (es sollten drei werden). Während ich also so in meinen Tagträumen schwelgte, mich auf unser erstes Date vorbereitete, verschwendete ich keinen einzigen Gedanken daran, dass der Typ, den ich auf einer wirklich fragwürdigen Houseparty kennenlernte, vielleicht gar nicht so toll war. Wieso auch? Denn während ich zwischen den ganzen Ökobesessenen, verurteilenden Veganern, die mich mit bösen Blicken straften, weil ich begeistert über meinen Lieblings-Burgerladen erzählte und den von oben bis unten in Second Hand Klamotten gehüllten Pseudohipstern saß und mich fragte, was zur Hölle ich auf dieser Party will, tauchte Lars auf und rettet mich vor einem vielleicht böse endenden Abend (Früher oder später hätte ich mich wohl zwangsläufig mit einem der Veganer geprügelt)

Wie sich herausstellte, war Lars der Anführer unter den Freaks. Wieso?  Lars hatte eine Duftphobie. Ja genau, eine Duftphobie. Hm, noch nie gehört? Tja, Lars brachte mir die Thematik näher als mir lieb war. Nachdem wir uns vor meiner Lieblingsbar trafen, nahm er mich nicht in den Arm, sondern gab mir ganz distanziert die Hand. Seine erste Frage war: “Trägst du null?” Jetzt könnte man meinen: nette Frage, der erkundigt sich nach meinem Duft. Aber Lars verzog das Gesicht als ob es sich um bösen Fischgeruch handelte. Ein paar Sekunden später zückte er ein Feuchttuch aus seiner Hosentasche und fragte mich, ob ich es sehr schlimm fände, wenn ich mir mit dem Tuch mein Dekolletee abtupfen könne. Parfüms würden in ihm Übelkeit auslösen. Sichtlich irritiert und genervt folgte ich dennoch seiner Bitte. Irgendwie war ich bereits von der ersten Minute an total irritiert von diesem lang ersehnten Date.

Nun saßen wir also in der Bar. Ich bemerkte, dass es ihm nicht besonders gut ging, da er alle paar Minuten das Gesicht verzog und Würggeräusche von sich gab. Ich fragte ihn, ob alles in Ordnung sei und seine Antwort lautete: „ Ich glaube, irgendwer trägt hier einen Duft, den ich nicht vertrage.“ Ich schaute mich irritiert um – um uns herum ungefähr zwanzig weitere Gäste, die sich amüsierten und keine fragwürdigen Würggeräusche von sich gaben. Ich erklärte ihm, dass er sich vielleicht auf was anderes konzentrieren muss und noch während ich redete, sprang er panisch auf, stürzte sich auf die Kellnerin und schrie sie an, sie solle sich doch diesen widerlichen Geruch abwaschen. Diese war so perplex, dass sie ihr Tablett fallen ließ. Lars wurde immer hysterischer und während mir die Schamesröte nicht aus dem Gesicht weichen wollte, packte ich still und heimlich meine Sachen zusammen und stahl mich zur Tür.

Lars meldete sich an diesem Abend noch ungefähr zehn Mal völlig verstört und nicht verstehend, warum ich mich einfach davongestohlen habe. War doch alles super romantisch, sprach er mir auf die Mailbox.  Irgendwie zog ich es vor, mich nicht zurückzumelden.