Kolumne Halloween

Die Vorbereitungen gehen los




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Lea Vogel

Freunde, ich bin vollkommen aus dem Häuschen. Zwar gibt es ziemlich viele nette Anlässe im Jahr, die sich zum gemeinschaftlichen Verweilen eignen, aber Halloween ist und bleibt eine absolute Ausnahme. Ich weiß gar nicht, warum ich von dieser Festlichkeit so unglaublich begeistert bin, aber es amüsiert mich unwahrscheinlich zu sehen, wie sich Mann und Frau zum Affen machen, um einen Abend lang dem Ernst des Lebens den Rücken zu kehren. Vielleicht ist es die orangene Farbe überall, vielleicht auch nur der Mut zur Hässlichkeit, aber ich raube meinen Freunden bereits Wochen vor dem großen Fest den Verstand, weil ich jedes potenzielle Kostüm und das dazu passende null gedanklich durchgehe, es auf seine Halloweentauglichkeit teste und nach verschiedenen Kriterien bewerte, nur um dann anschließend vor einem mittelgroßen Nervenzusammenbruch zu stehen, da besagtes Kostüm nicht den vermutlich viel zu hoch gesteckten Erwartungen entspricht. Jaja, es ist nicht leicht mit einem Menschen wie mir, das ist mir ziemlich klar. Aber es soll ja auch alles perfekt sein, ist schließlich Halloween, versteht sich ja von selbst.

Die Frage nach dem richtigen Kostüm

Gruselig sollte es also sein, das Traumkostüm, aber bitte nicht so sehr, dass ich mich selbst erschrecke. Hässlich darf es auch sein (schließlich predige ich ja den Mut zur Hässlichkeit), aber bitte nicht zu sehr, damit ich vielleicht das eine oder andere annehmbare Foto für die Zukunft aufbewahren kann. Witzig und originell sollte es außerdem noch sein, es soll ja keiner denken, dass ich mir keine Mühe gegeben habe. Aber nach zu viel Mühe sollte es dann auch nicht aussehen, es soll ja nicht wirken als hätte ich die letzten Monate nichts anderes getan als mich um mein Kostüm zu sorgen – schließlich habe ich ja ein sehr erfülltes Leben und eigentlich auch kaum Zeit für Nichtigkeiten dieser Art. Und mal ehrlich, mit Ende Zwanzig ist mal ja eigentlich schon viel zu alt für diesen Humbug. Tss.

Darf ich vorstellen, ein Vampir: das passende Make-Up

So nimmt es jeden Jahr seinen Lauf: ich treffe mich mit Freundinnen zum gemeinschaftlichen Schminken, dabei stehen Concealer, null, blutroter null, schwarzer Eyeliner, helles Puder und tiefschwarzen null bereit. Stark akzentuierte Augen, ein heller Teint und blutrote Lippen sind schließlich Pflicht für jeden Vampir, der etwas auf sich hält. Da lassen wir uns auch nicht lumpen und zeigen, wozu Make-Up und Co sowie jahrelange Halloween-Erfahrungen so alles fähig sind. Alles ist haargenau geplant, die Kostüme liegen bereit, die ausgehöhlten Kürbisse flackern mit grimmigen Gesichtern, die ersten Bedenken sind glücklicherweise verflogen und am Ende ist es dann ja sowieso immer egal wie wir aussehen, denn gewollt oder nicht, ein bisschen daneben sieht wohl jeder aus. Das gehört einfach dazu, hätte ich auch früher dran denken können. Wahrscheinlich mag ich Halloween auch aus genau diesem Grund. Diese unabsichtliche Heiterkeit. Dieses Schmunzeln zwischen den Zeilen. Man feiert es, weil es einfach Spaß und keinen Sinn macht, weil seriös sein manchmal anstrengend ist und weil Phantasie ein wunderbares Geschenk ist, das wir für meinen Geschmack viel zu selten benutzen. So bin ich nun mal, ein Halloween-Fan.

 

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