Kolumne

Koffer packen und ab in den Urlaub? Einfacher gesagt als getan!

Koffer packen und ab in den Urlaub
Admin

So kurz vor dem Urlaub steigt die Aufregung! Bei mir beginnt schon zwei Wochen davor die „Was packe ich ein?“- Phase. Eine wichtige Frage, denn nicht selten steh ich dann am Flughafen, mit einem genervten Freund im Gepäck, der nicht verstehen kann, dass wir nun zusätzlich zahlen müssen, weil ich es einfach nicht schaffe, nur das „Nötigste“ einzupacken. Ich wiederum verstehe nicht, wie er ernsthaft von mir verlangen kann, mich bei dem Thema Koffer packen so einzuschränken. Begreift er nicht, dass ich Ahnung habe und er nicht? Dass ich im Gegensatz zu ihm mehr als nur zwei kurze Hosen und einen Reiseführer brauche?

Die Sache mit dem Koffer und dem Urlaub

Um so einen Stress zu vermeiden, musste ich dieses Jahr etwas umdenken und zu meinem Ärgernis strukturierter und nicht so chaotisch an die Sache rangehen. Ziemlich schwierig, denn wenn man versucht jahrelanges antrainiertes, organisiertes Chaos durch strukturierte Planung zu ersetzen, kommt am Ende, und das kann ich wirklich bestätigen, nur noch mehr Chaos und Stress zustande. Aber man kann’s ja ausprobieren, wa?

Ich wäre ja gerne strukturierter…

Also fange ich dieses Mal an eine Liste zu schreiben. Das habe ich die vergangenen Jahre auch so gemacht, allerdings lagen am Ende zehn solcher Listen rum, mit verschiedenen To Do Aufgaben und Dingen, die ich mitnehmen wollte. Das Ende vom Lied war, dass sich in meinem Koffer alles befand, was auf diesen Listen stand. Heißt, definitiv zu viel. Ok, also probierte ich, mich mit wenig zufrieden zu geben. Eine Liste also.

Schwierigkeit Nummer 1. Der Duft. Ja, ich arbeite in einer Online-Parfümerie und ja, ich kann mich nun mal nicht für einen Duft entscheiden. Schließlich weiß ich, dass es zu jeder Tageszeit den passenden Duft gibt. Mein altes „Pack-Ich“ hätte Jil Sander Sun Sorbet für den Strand mitgenommen, Bvlgari Mon Jasmin Noir L´Eau Exquise für den Nachmittagssparziergang durch die Stadt, beim Abendessen dann Boss Orange Sunset und nicht zu vergessen null für den abendlichen Spaziergang an der Strandpromenade. Da stehe ich also mit dieser Liste in der Hand, unfähig mich bereits beim ersten Punkt zu entscheiden. Ok, unmöglich hier zu selektieren. Und schließlich kann ich mich bei anderen Dingen einschränken, oder? Häkchen hinter dem Punkt gemacht und her mit dem nächsten Punkt.

Pflegeprodukte! Puh, wer hätte gedacht, dass es jetzt nur noch schwieriger wird. Welches Körperspray von Biotherm nehme ich bloß mit? Die riechen halt alle gut. Ok ich muss mich fokussieren. Biotherm Eau Pure Körperspray ist perfekt für den Strand, aber Biotherm Eau Oceane auch. Und abends kann man Biotherm Eau d´Energie aber auch Eau De Paradis Pflege nehmen. Mal ganz ehrlich, es ist doch unmöglich da von mir zu verlangen, zu differenzieren. Schließlich fahre ich nur einmal im Jahr in den Süden. Da will ich auch selber nach Sonne duften. Und wie gesagt die Liste ist noch lang. Also noch eine Menge Möglichkeiten Platz zu sparen. Und immerhin habe ich bis jetzt nur diese eine Liste. Naja und die andere, die ich während der Mittagspause im Büro geschrieben habe.

Bei den Büchern ergeht es mir auch nicht besser, schließlich kann ich das Ganze auf zehn runter brechen. Weniger ist definitiv nicht drin, ich muss ja auch jedes Genre abdecken um der Langeweile vorzubeugen. Die Schuhselektion gerät völlig aus dem Ruder, bedeutet, es werden gefühlt alle eingepackt und mit den Handtaschen will ich erst gar nicht anfangen. So ähnlich geht es beim abhacken der mittlerweile sechs Listen weiter. Am Ende gebe ich auf und packe in meinem Wahn alles ein, was irgendwie sommertauglich wirkt.

Alles beim Alten – Etwas zu viel Gepäck schadet nicht

Was soll ich sagen, ich bin nun mal wie ich nun mal bin. Ich denke, das Chaos bekommt nach 26 Jahren intensiven Antrainierens nicht mehr aus mir raus und so finde ich mich auch dieses Jahr wieder am Flughafen mit demselben, alljährlichen Problem des Übergepäcks, einem völlig entnervten Freund und einem etwas geschrumpften Urlaubsbudget. Und trotzdem kann ich mir ein Lächeln nicht verkneifen. Ich habe alles mit, was ich brauche, oder auch nicht brauche und fühle mich so nicht wie ein halber Mensch. So bin ich halt. Und schließlich sollte man sich ja auch treu bleiben!