MOAH: Mineralöle in Kosmetika

Wie bedenklich ist der Inhaltsstoff

MOAH: Mineralöle in Kosmetika
Admin

Ende Mai gab es einen großen Aufschrei im Beauty-Bereich: Stiftung Warentest untersuchte exemplarisch 25 ausgewählte Kosmetika auf Mineralöle. In allen Produkten wurden hohe Mengen MOAH gefunden. Was das ist, warum MOAH bedenklich sind und wie Sie sie erkennen, erfahren Sie hier.

Was sind MOAH?

Mineralöle werden ebenso wie Benzin und Diesel aus Erdöl gewonnen. Dabei wird das Öl, das in der Kosmetik zum Einsatz kommt, deutlich länger und sorgfältiger gereinigt. Sogar soweit, dass das Öl transparent ist. Deshalb werden Mineralöle auch Weißöle genannt.

Am Ende bleibt ein Bestandteil immer zurück: MOSH. Dies steht für Mineral Oil Saturated Hydrocarbons, also gesättigte Kohlenwasserstoffatome. Sie machen den größeren Teil der Mineralöle aus und sind für den Menschen unbedenklich.

Neben den MOSH bleiben aber auch oft MOAH im Mineralöl zurück. MOAH ist die Abkürzung für Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons. Dies sind aromatische Kohlenwasserstoffatome. Diese werden als bedenklich eingestuft.

Wieso steht MOAH in der Kritik?

Über die gesundheitliche Gefahr, die von Mineralölen ausgeht, besteht im Moment noch Unklarheit. MOAH steht aber im Verdacht krebserregend zu sein.

Deshalb testet die Stiftung Warentest auch regelmäßig Lebensmittel auf deren MOAH-Gehalt. Durch Zufall wurde der Stoff in einem Körperöl gefunden und daraufhin weitere kosmetische Produkte getestet. Von den 25 getesteten Produkten waren in jedem MOAH enthalten.

MOAH in Lippenpflege

Wieso ist Mineralöl in Kosmetika enthalten?

Die Mineralöle haben viele Vorteile. Sie lösen bei den Verbrauchern keine Allergien aus und sind günstig. Außerdem sorgen sie dafür, dass ein Produkt eine geschmeidige Konsistenz hat und länger haltbar ist.

Laut europäischem Recht sind Mineralöle in Kosmetik zulässig. Der Raffinationsprozess muss dabei nachvollziehbar sein und der Ausgangsstoff frei von krebserregenden Stoffen. Krebserregende Stoffe und solche, die nur im Verdacht stehen sind grundsätzlich verboten. MOAH ist dabei nicht gesondert geregelt.

Inwieweit die Stoffe überhaupt über die Haut aufgenommen werden, ist noch unklar. Das Bundesinstitut für Risikobewertung geht derzeit davon aus, dass die Schadstoffe nicht über die Haut aufgenommen werden. Das Institut rät daher auch nicht grundsätzlich von den Stoffen ab.

Aber besonders vor Lippenpflege mit MOAH warnt Stiftung Warentest und auch das BfR. Die Stoffe gelangen hier über den Mund direkt in den Körper. Auch auf reine Vaseline sollten Sie verzichten, diese besteht fast ausschließlich aus Mineralölen.

Wie erkenne ich den Inhaltsstoff?

Ob in einem Produkt Mineralöl enthalten ist, erkennen Sie an folgenden Inhaltsstoffen:Kein MOAH in Naturkosmetik

  • Cera Microcristallina (Microcristallina Wax)
  • Ceresin
  • Mineral Oil
  • Ozokerite
  • Paraffin
  • Paraffinum Liquidum
  • Petrolatum

Wie immer gilt bei den Inhaltsstoffen, dass sie nach ihrem Anteil im Produkt aufgelistet sind. Je früher ein Stoff genannt ist, umso mehr ist enthalten.

Naturkosmetik ist grundsätzlich frei von Mineralölen. Diese dürfen hier nicht verwendet werden, sondern nur Alternativen wie pflanzliche Öle und Fette. Ob es sich um zertifizierte Naturkosmetik handelt, erkennen Sie an verschiedenen Gütesiegeln.

Was wird nach den Erkenntnissen passieren?

Die Stiftung Warentest hat angekündigt weitere Produkte auf deren MOAH-Gehalt zu testen. Außerdem ist davon auszugehen, dass die gesundheitliche Gefahr des Stoffs weiter untersucht wird. Die bisherigen Aufzeichnungen der Tests weisen noch Lücken auf. Beispielsweise, in welchem Maß das Produkt über die Haut aufgenommen wird und inwieweit einzelne Organe durch die Aufnahme geschädigt werden.

Achten Sie auf MOAH in Kosmetik? Schreiben Sie uns gern einen Kommentar unter die Produktempfehlungen.