Südstaatenschönheit

Ab nach Louisiana

Südstaatenschönheit
Admin

Neulich rief mich meine Mutter an, um wie gewohnt mit mir zu plaudern. Sie ist wundervoll und wir geraten nur selten in einen Konflikt. Doch dieses Mal klang sie besorgt. Was sie dann zu mir meinte, ließ mich grübeln. „Kind, manchmal mache ich mir Sorgen, dass du niemals erwachsen wirst“. Ja, nun gut, ich bin ein kleiner Träumer. Zugegeben. Aber das heißt ja nicht, dass ich nicht auch mal klare Momente habe. Erwachsenenmomente. Vielleicht nicht häufig, aber schon ab und an. Wie sie darauf kam und was diese kleine persönliche Einleitung mit dem Thema Südstaatenschönheit zu tun hat? Nun ja, dieser Satz folgte, nachdem ich ihr mitteilte: „Mama, diesen Frühling geht’s ab nach Louisiana.“ Nun kennt meine Mutter mich ja schon ziemlich lange und weiß, dass sich Ideen, und seien sie noch so an den Haaren herbei gezogen, in meinem Kopf festsetzen und dann innerhalb von kürzester Zeit realisiert werden. Meist handelt es sich in ihren Augen nicht um besonders sinnvolle Ideen. Diese sinnvollen und logischen Ideen werden, zugegeben, immer etwas vernachlässigt in meiner etwas wahnwitzigen kleinen Welt. Nun ja, lange Rede, kurzer Sinn. Sie wollte von mir drei Gründe hören – plausible Gründe – wieso es sich lohnen würde, eine kleine Reise in die Richtung zu wagen.

Cowgirls und zwielichtige Bars

Ich gestehe: nicht unbedingt die beste Überschrift um meine Mutti zu überzeugen, aber ich liebe den Cowgirllook. Ein dezentes bis kaum sichtbares null,  Augen immer schön mit null betont und etwas Rouge auf die Wangen, einen etwas strubbligen Pferdezopf, Jeansshorts und das obligatorische karierte Hemd…tadaaa, fertig ist der Wohlfühllook. Gut, ich würde natürlich nie ohne meinen Yves Saint Laurent Touche Éclat Concealer vor die Tür gehen, aber dann geht’s raus in die Natur. Und das Schönste ist: dasselbe Outfit trägt sich auch perfekt am Abend, wenn man eine der etwas zwielichtigen Bars betritt, die Jukebox ein paar Jonny Cash Lieder spielen lässt (ich weiß, klischeehafter geht’s wohl nicht) und mit dem attraktiven Barmann die Hüfte schwingt. Make-Up-technisch werden noch Kajal- und Lippenstift verwendet, der Pferdeschwanz wird gelöst und der perfekte Abendlook ist kreiert. Unkompliziert und trotzdem fresh – ganz nach meinem Geschmack.

Welcome to New Orleans – Die Wiege des Jazz

Ich finde, mit diesem Titel ist alles gesagt. Die größte Stadt in Louisiana gehört zu meinen Top drei der schönsten Städte der Welt. Ein unbesiegbares Argument, ohne viel erläutern zu müssen. Der Charme der mystischen Sümpfe, gutes Essen wie z.B. Jambalaya und natürlich die Musik. New Orleans verbinde ich mit wundervollen Klängen, himmlischen null und einem positiven Lebensgefühl.

Ballkleider und Traditionen

So sehr ich auch die schlichten Farben und dezente Mode mag – in mir drin schlummert dieses kleine Mädchen, das gerne Prinzessin spielt. Vielleicht liebe ich es deswegen so sehr, mich an Halloween zu verkleiden. Ich beneide diese Frauen in den amerikanischen Serien, die zu jedem Anlass Feste feiern und sich diese herrlich kitschigen Ballkleider überwerfen. Schöne pastellige Farben, die tollsten Frisuren (Schleifen sind da häufig mit von der Partie) und naja ein etwas überladenes Make-Up. Ein Roséfarbenes, an Baisertörtchen erinnerndes Kleid, auffälliger null, knallrote Bonbonlippen und die längsten Wimpern der Welt – vielleicht nicht alltagstauglich, aber hey, hier ist das Tradition und jeder macht mit!

Vielleicht entspringen diese Fantasien tatsächlich nur meiner Obsession für amerikanische Serien. Wer weiß, wie die Realität schon aussieht. Meine Mutti konnten die Argumente nicht überzeugen und ihre Sorgen bezüglich meines geistigen Zustands haben sich dadurch wahrscheinlich nicht verdünnisiert. Tatsache ist, ich gebe keine Ruhe, ehe ich mich nicht vergewissert habe und deswegen steht einem Südstaatenbesuch in diesem Frühling nichts im Wege.