Zeitlos schön?

Der Fluch der wiederkehrenden Trends




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Julia Burghardt

Trends bestimmen bei vielen Frauen – manchmal bewusst manchmal unbewusst – das Leben. Wir laufen ihnen hinterher, schmücken uns mit ihnen oder verpassen sie. Egal welchen Weg wir wählen, die Trends beherrschen uns immer wieder. Neben den Modetrends trifft dieser scheinbar unendliche Kreislauf auch auf alle möglichen Make-up-Looks zu. Jedes Jahr überschütten uns alle großen Marken mit neuen Farben, Kombinationsmöglichkeiten und Produkten. Dabei lassen viele Designer bereits in Vergessenheit geratene Trends wieder aufleben. Ob das immer so gut ist, müssten dann die Beauty-Liebenden selbst entscheiden.

Zeitlos schön – Rot regiert die Welt

Fangen wir doch mal mit Trends an, die uns nicht gleich um den Verstand bringen und uns vielleicht auch noch ein bisschen Individualität lassen. Denn leider ist es auch das, was bei den  althergebrachten Looks einen herben Nachgeschmack hinterlässt. Viele Trends sind einfach nicht für die Straße gedacht. Und schon gar nicht für jeden Typ Frau. Aber ein Trend hat sich bei vielen Frauen etabliert und existiert schon über Jahrzehnte: roter Nagellack. Immer ein bisschen verrucht, schick und extravagant. Auf den Nägeln kostet ein bisschen Farbe kaum Überwindung. Das ist wohl auch der Grund, weshalb sich besonders dieser Trend so lang hält. Rote Nägel sind ein echter Dauerbrenner und werden auch in andere Looks immer wieder mit einbezogen. Sei es der ebenso unsterbliche und beliebte Pin-up-Look oder die diversen Trends der einzelnen Jahreszeiten. Rot, wie das des Yves Saint Laurent La Laque Couture ist tatsächlich zeitlos schön und verunstaltet obendrein nicht einmal das Gesicht.

Zeitlos schön – mit Neon am Rande des Wahnsinns

Neon ist ein strittiges Thema – die einen lieben die grellen und auffälligen Farben, die anderen möchten am liebsten schreiend davonrennen. Ist Neon mal wieder aus der Trendkiste hervorgekramt worden, ist es nahezu egal wo dieses Farbenwunder unseren Körper „verschönert“. Augen, Lippen, Fingernägel oder auch einfach nur Striche in Neon-Farben zieren die Fluoreszierenden. Doch nur wenige Frauen können diesen fragwürdigen Trend auch wirklich tragen. Wenn wir mal ehrlich sind, geht die Prozentzahl wohl gegen Null. Aber Neon ist immer wieder beliebt und schafft es gefühlt jedes Jahr auf die Straßen. Dabei unterliegen die leuchtenden Farben nur dem Zauber, den alle Erfindungen und Trends der 90er unterliegen. Glitzer, Schlaghosen, Sonnenblumen und eben auch Neon haben das Flair des vergangenen Jahrhunderts und werden auf jeder Party gern wieder entstaubt. Doch genau auf diesen Partys sollten die Relikte auch bleiben. Wir müssen lernen loszulassen und können am besten mit den bunten Neonfarben beginnen.

Zeitlos schön – augenblicklich dem Trend unterliegen

Auf dem imaginären Ranking der wiederkehrenden Trends steht unter den Flops zwar Neon ganz weit oben, bekommt aber vom blauen Eyeliner immer wieder Konkurrenz. Auch er ist ein Kind der 90er – sagen wir eher das unbeachtete Stiefkind. Denn neben den ganzen anderen Trends hat dieser die Herzen der breiten Masse nie so richtig erwärmen können. Und wenn wir ehrlich sind strahlen uns die unnatürlich bemalten blauen Wasserlinien in Verbindung mit der gleichfarbigen Mascara nicht gerade an. Und wenn der Tag mal länger dauert oder die Frauen sich in den Augen herumwischen, dann bahnt sich die Farbe ihren Weg über die Wangen und setzt sich in den Augenwinkeln fest. Alle Gesprächspartner dürfen dann auf nicht wirklich schöne bläuliche Färbungen und Äderchen blicken. Dauernd will man „Wer hat dich denn so zugerichtet?“ und „Tut das weh?“ schreien. Was wir schon lange begriffen haben, scheint bei den Designern noch nicht so richtig angekommen zu sein. In diesem Winter haben sie das gewöhnungsbedürftige Blau wieder aus dem Giftschrank geholt und nennen es nun den angesagten „Wet-Look“. Vielen Dank auch, dürfen wir uns nun mal wieder mit einer Farbe rumschlagen, bei der wir erst wieder beim Auftauchen aus der Trendwelle merken, wie unvorteilhaft dieser Trend wirklich ist und dass er uns nun wirklich nicht steht.

Wiederkehrende Trends müssen nicht immer schlecht sein, aber zeitlos schön sind wohl die wenigsten. Leider sehen sie meist auf dem Laufsteg atemberaubend aus und sind auf der Straße nur bedingt umsetzbar. Schade eigentlich, wollen wir doch immer besonders im Trend sein. Aber vielleicht sollten wir anfangen nicht immer allen neuen und alten hinterherzulaufen und auch mal eigene Trends setzen

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